BAY OF BLOOD (1971) XT Video

Ich und der Film

Idyllisch. Paradiesisch. Wunderschön. So würden Touristen diese Bucht beschreiben. Doch auf der Bucht lastet ein Fluch. Erst wird die arme, betagte, im Rollstuhl sitzende Gräfin Frederica in ihrem Anwesen von ihrem Ehemann umgebracht, bis er dann wiederum von einem mysteriösen maskierten Mörder umgebracht wird. Auch eine Gruppe Jugendliche die diese Bucht besuchen werden auf bestialische Art und Weise hingerichtet. Es sieht zuerst aus als würden die Morde nicht im Zusammenhang stehen, allerdings sind die teils sehr merkwürdigen Bewohner des Ortes auch nicht mehr sicher vor dem blutigen Spiel zu sein.

Alle Bewohner sind Teil einer Verschwörung um die wunderschöne Bucht, der Killer, der sich als ganz schöne Überraschung entpuppt, ist sehr kreativ, wenn es um seinen Willen geht die Gruppen zu dezimieren.

Mario Bava liefert mit Bay of Blood (dt. Im Blutrausch des Satans) den Ur-Ur-Urvater des Slasherfilms ab. Bemerkenswert ist dabei das der Film alle Elemente des heutigen Genres beinhaltet. Deswegen ist es ein Erlebnis ihn zu schauen, es macht wahnsinnig Spaß diese Irren Bluteffekte zu sehen, übrigens ist das Ende auch sehr unterhaltsam.

Ja, soweit ist schon alles gesagt. Ein schicker Party Trash, 84 Minuten mit Terror an einem Urlaubsort. Der Film ist leider in Deutschland verboten, Auslandsexport regelt!

7/10 Punkten

ICHI THE KILLER (2001) Tokyo Shock

Ich und der film

Der Yakuza Boss Anjo ist verschwunden. Seine Schergen, darunter auch der ultrabrutale und Masochistische Kakihara, machen sich auf auf die Suche nach ihm. Die einzige Spur die sie haben, ist ein aufgeschlitzter Safe und Spermaflecken auf dem Boden. Ihnen kommt ein schlimmer Verdacht: momentan treibt ein sadistischer Mörder herum der sich Ichi nennt. Der junge Mann wird von einem ausgewiesenen Yakuza Namens Jijii hypnotisiert ,um kaltblütig alle Feinde aus dem Weg zu räumen und einen Bandenkrieg unter den Yakuza anzustacheln. Dabei denkt Ichi er würde die Menschen bestrafen die ihn in seiner Kindheit misshandelt haben. Als Folge seiner Gewaltexzesse verfällt Ichi jedesmal in orgasmische Ekstase. Kakihara ist fasziniert von Ichis Treiben, verspricht sich von ihm die totale sexuelle Erfüllung und kann es kaum erwarten, das sich ihre Wege bald kreuzen werden.

Durch die Hypnose wird der harmlose Ichi zum kaltblütigen und sadistischen Killer. Im Superheldenkostüm macht er sich auf den Weg das vermeintlich Rechte zu tun, nämlich seine Peiniger bestrafen die ihn in seiner Kindheit misshandelt und gedemütigt haben. Jijii benutzt den labilen Ichi für seine eigene Rache. Währenddessen Kakihara immer auf der Suche nach der ultimativen Ekstase ist, selbst unzählige Yakuza foltert und niedermetzelt, bis er auf Ichi trifft, allerdings kommt es nicht so wie Kakihara es sich erhofft hatte.

Total verrückter Thriller vom Genremeister Takeshi Miike, in den es nur um extreme Gewalt und sexueller Befriedigung geht. Sehr bunt und schrill, vor allem die beiden Hauptcharaktere Ichi und Kakihara sind so derart überzogen dargestellt, das man ins schmunzeln gerät. Nichtsdestotrotz ist der 123 Minuten starke Film nichts für schwache Nerven, oder für Leute die keine japanischen Trashfilme mögen. Er leidet auch so langsam an Alterserscheinungen, ist aber dennoch sehr unterhaltsam.

5/10 Punkten

EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL (1980) Laserparadise

Ich und der Film

In dem kleinen Dorf Dunwich erhängt sich der Dorfpfarrer. Seitdem liegt ein Fluch über dem sonst so ruhigen Örtchen. Die Toten steigen aus ihren Gräbern und sind auf der Jagd nach den Lebenden. Der Reporter Peter und das Medium Mary machen sich auf den Weg zu dem Mysterösen Ort, welcher auf dem Grund des antiken Salem erbaut worden ist.

Die Toten steigen aus den Gräbern, wandeln und ermorden ihre Freunde und Verwandte. Selbst das Medium verstarb bei einer Seance und wurde durch wundersamer Weise zurück ins Leben geholt. Dieser Film ist eine wundervolle Ergänzung zu dem Zombiehype in den 80ern.

Ein Klassiker von Lucio Fulci. Sehr trashig, mega brutal und mit tollen Synthie-Soundtrack. Leider immer noch im deutschen Giftschrank auf Liste B. Er ist allerdings schlecht gealtert und wirklich NUR für Puristen und Gorehounds. Die deutsche Synchronisation ist ein Alptraum. Besser auf Österreicher und Schweizer Versionen zurückgreifen und auf Bootlegs verzichten!

5/10 Punkten

AN AMERICAN CRIME (2007) dts

Ich und der Film

In den 60er Jahren werden die beiden Mädchen Sylvia und Jenny von ihren Eltern, die beide Schausteller sind, bei Gertude Baniszewski zur Pflege untergebracht. Gertude hat fünf weitere Kinder und ist auf die pünktliche Unterhaltszahlung angewiesen. Als diese nicht zeitig ankommt, findet sich schnell ein Opfer: Sylvia. Das junge Mädchen wird in den Keller gesperrt und dort fürchterlich von der Mutter, ihren Kindern und der halben Nachbarsjugend gefoltert. Ihren Peinigern hilflos ausgeliefert muss sie sehr bald ihr Leben lassen.

1965 wurde der Bundesstaat Indiana zum Schauplatz eines grausamen Verbrechen. Die erst 16-jährige Sylvia Likens wurde systematisch gefoltert und gedemütigt. Sie wurde nackt und ohne Nahrung in den Keller verbannt und verbrachte dort die letzten Tage ihres Lebens. Angestachelt von der Mutter und ihrem präpubertären Sohn, gingen die Kinder auf sie los, rücksichtslos und kaltblütig. Nach außenhin wirkten die Baniszewskis wie die perfekte Großfamilie, niemand ahnte, was in dem Haus vor sich ging. Niemand wollte die Schreie und Höllenqualen die Sylvia erlitt gehört oder gesehen haben. Niemand rufte die Polizei.

Ein sehr intensives Drama, dass schonungslos das Martyrium Sylvia Likend darstellt. Alle Untaten die im Fall dokumentiert sind, wurde in dem Film nicht komplett verarbeitet, da es zu grausam ist. Allerdings ist die Systematik und die Willkür sehr gut zur Geltung gekommen, aber Ende fragt man trotzdem nach dem großen „Wieso?“ – auf diese Frage gibt es keine Antwort. Bis heute nicht.

Ein sehr trauriger Film, zum Nachdenken und weinen. Defintiv ein Film der wehtut. Mit dem Wissen, dass Sylvia Likens nicht die Einzige oder Letzte Seele ist die der grausamen Willkür zum Opfer fällt.

8/10 Punkten

VIDEODROME (1983) Universal

Ich und der Film

Max Renn leitet „Civic Tv“, einen privaten Fernsehsender und immer auf der Suche seinen Sensationsdurst zu stillen. Der Piratensender „Videodrome“ erweckt mit seinen gewaltpornografischen Inhalten seine Aufmerksamkeit. Er versucht die Herkunft dieses Senders zu finden und trifft dabei auf die Radiomoderatorin Nikki Brand, die seine masochistische Gespielin wird. Nachdem sie spurlos verschwindet, rückt Videodrome wieder näher. Dieser Sender verführt seine Zuschauer, manipuliert sie und schließlich verlieren sie den Bezug zur Realität.

„Guck nicht so viel Fernseh, sonst kriegst du ganz eckige Augen!“

Diesen Satz kennen wohl viele Menschen. In Realität , ist der Fernseher nicht nur ein Bestandteil des normalen Lebens, sondern wird quasi als Erweiterung des Menschen gesehen. Dieser viereckige Apparat hat Macht über die Massen, er verführt, manipuliert unsere Köpfe und macht süchtig. Videodrome nutzt diese Macht für seine diabolische Zwecke, zeigt uns, wie sehr unser Erleben und Verhalten von Medien beeinflusst und getrübt wird.

Hier mal wieder ein Meisterwerk von einem Meisterregisseur. David Cronenberg hat am Anfang seiner Karriere mit Horrorfilmen experimentiert und dadurch ein neues (leider ausgestorbenes) Genre erfunden. Den Bodyhorror. Ziemlich Gore- und Sadomasolastig, ein toller Sci-fy Schocker der zum Nachdenken anregt. Und seit März 2018 vom Index gestrichen!

Mit 89 Minuten eher für einen kurzen Filmabend gedacht, möchte der Film zum „Nachdenken“ anregen. Das anregen ist aber schnell vorbei weil man gleichzeitig aufmerksam sein muss um die Handlung zusammen zu finden. Man muss ihn mindestens zweimal gucken. Die Effekte sind etwas trashig, er ist halt etwas älter. Wer auf Horror ohne CGI steht, also Oldschool, wird mit diesem Film definitiv Spaß haben!

6/10 Punkten

Juttadaa im Kino. ONCE OPON A TIME IN HOLLYWOOD (2019)

Ich und das Plakat

Rick Dalton, ein abgefrakter Schauspieler in der Midlife Crisis und Cliff Booth, sein Stuntman, bester Freund und Mädchen für Alles, leben in Los Angeles 1969. Rick hat eine Villa, in der Nachbarschaft sind gerade das frisch angetraute Ehepaar Tate/Polanski eingezogen. Während Rick sich von einem Job zum anderen durchhungert, steht Sharon am Beginn ihrer Karriere und genießt die Vorzüge des previligierten Lebens. Zur gleichen Zeit, auf der alten Spahn-Ranch formiert sich eine sektenähnliche Gruppe um den Mann Namens Charles Manson. Er und seine „Family“ haben vor einen Rassenkrieg anzustiften. Ihre ersten Opfer sollen an dem Abend Rick und seine Leute sein.

Im Fokus steht klar, das Kunstwerk des darstellenden Spiels und wie schwer es ist (bis heute) Konkurrenzfähig zu sein. Die Schwierigkeit, getränkt von Selbstzweifel und Alkohol und Drogen, in eine Schublade gesteckt zu werden, verdammt dazu immer wieder und wieder der Schurke sein zu müssen. Das macht Rick fertig. Im Gegensatz zu Sharon, die jung und noch formbar ist, lebhaft geradezu hungrig nach der Aufmerksamkeit. Beide leben nebeneinander, aber sie könnten nicht unterschiedlicher sein. Und wenn trotzdem die Kacke brennt, holt Cliff Rick wieder ins Leben zurück.

Mit einer gesamt Länge von 161 Minuten ist der Film eine stramme Ansage.

Fangen wir erstmals mit den Schwächen des Filmes an. Durch die Länge schwächelt der Film ein wenig. Die sonst von mir so heißgeliebte Dialoglastigkeit, wird gefühlt bis ins unermessliche gezogen. Es entsteht dadurch kein Spannungsbogen, man sieht nur ständig jemanden quatschen. Zudem dazu kommt dass die Chrales Manson Geschichte mittlerweile jeder kennen muss, es gehört schließlich zur Popkultur.

Nun zum Positiven. Dafür dass der Film lang und dialoglastig ist, erfährt man viel über die Charaktere. Lustige Einspieler und gewitzte Wortgefechte lockern die Stimmung wahnsinnig auf. Bildlich sehr hell und farbig gehalten, die Farben springen einem Förmlich ins Gesicht, fühlt man sich wie in einer verrückten Zeitreise. Was auch daran liegt, dass Quentin Tarantino ein sehr Detail verliebter Mensch ist, dies macht sich auch beim Soundtrack bemerkbar, fetzige Pop- und Rockmusik dröhnt aus jedem Radio. Last but not least muss die darstellerische Leistung des Casts gelobt werden. Die Charaktere wirken überhaupt nicht blass oder eindimensional. Es wurde kompromisslos glaubhaft gespielt, eine Meisterleistung!

Im großen und ganzen ein gut gelungener Film, er schwächelt in der Länge, aber muss sich auch nicht schämen gezeigt zu werden! Er hat sich seinen Platz als Kultfilm von Tarantino schon gesichert!

7/10 Punkten

ANTIKÖRPER (2006) Kinowelt

Ich und der Film

Das Gute ist das Böse daran

Gabriel Engel ist ein Serienkiller. Mit einem besonderen Fetisch: Kinder. Seine grauenvolle Mordserie findet vorerst ein Ende als er nach einer wilden Verfolgungsjagd mit der Polizei geschnappt wird. Das Ende? Noch lange nicht. Denn das Grauen hat erst angefangen. In einem kleinen idyllischen Dorf, das unter dem Schutz des Dorfpolizisten und Bauer Michael Martens steht, wird eine bestialisch zugerichtete Mädchenleiche gefunden. Aber wer ist der Mörder? Der tiefgläubige Christ Martens trifft auf den Personifizierung des Teufels mit dem Namen Gabriel Engel. Dabei stößt er an seine psychischen Fähigkeiten, die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen allmählich.

Der Kampf zwischen Gut und Böse ist der Älteste Kampf, der den Menschen bekannt ist. Aber was ist, wenn man nicht mehr differenzieren kann was Gut und was Böse ist? Wenn die sonst so klaren Linien sich in verschiedene Facetten der Grautöne verlaufen?

Ein deutscher Thriller. EIN DEUTSCHER THRILLER! Kein Scheiß Sonntag-Abend-Tatort sondern ein ekelhafter, dreckiger, vulgärer allerdings wahnsinnig intelligenter Thrill. Mit bekannten deutschen Schauspielern, starken Bildern und knackigen Dialogen. Christian Alvart wusste genau worauf bei seinem Erstlingswerk ankommen sollte.

Mit 122 Minuten ist dieser Schinken nichts für einen kurzen Abend. Er ist schwer, man braucht viel Zeit und er fordert die volle Aufmerksamkeit. Aber dies lohnt sich da das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Martens und Engel grandios ist. Nach mehrmaligem schauen verliert er nicht an Intensität, im Gegenteil, man findet immer weitere Details, die das grausame Puzzle weiter zusammen setzen.

8/10 Punkten

THE LOVED ONES (2009) dts

Ich und der Film

Einer der blutigsten Abschullbälle seit Carrie und Cabin Fever 2

Brent ist kaputt. Sein Vater ist bei einem Autounfall gestorben, er gibt sich die Schuld dafür, da er am Steuer saß. Er verbringt seine Zeit damit ziellos durch die Gegend zu laufen, Heavy Metal zu hören und sich zu ritzen. Der einzige Trost ist seine wundervolle, perfekte Freundin Holly. Der Abschlussball steht vor der Tür. Holly hat keine Lust dorthin zu gehen, stattdessen verabredet er sich mit einem Gothic-chic dorthin. Am selben Tag fragt ihn seine heimliche Verehrerin Lola ob er sie begleitet. Er schlägt aus, da er schon vergeben ist. Ein großer Fehler. Am Abend wird er prompt von Lola und ihrem Psycho-Vater entführt und an einen Stuhl gefesselt. Von da an beginnt eine schlimme Folter. Es wird die schlimmste Nacht seines Lebens sein.

Pretty in blood. Der Untertitel ist Programm. Mit einer Länge von 81 Minuten fliegt der Film an einem vorbei, es wird niemals langweilig. Die Schauspieler sind grandios, besonders Lola, ein Traum von einer Psychopathin, die es locker mit Dr. Lecter und Co mithalten kann. Toll ausgearbeitete Charaktere und ein unerwarteter Plot-twist erfüllen einen wunderschönen Abend vor dem Fernseher.

Ein wahnsinnig grotesker Coming-in-age-Film, ein pinker Alptraum, gepaart mit einem fetzigen Soundtrack. Meiner Meinung nach hat er das Genre Horrorfilm wieder auf ein neues Level gehoben!

8/10 Punkten

FUNNY GAMES (1997) Concorde

Ich und der Film

„Ich versuche Wege zu finden, um Gewalt darzustellen, was sie immer ist, als nicht konsumierbar. Ich gebe der Gewalt zurück was sie ist: Schmerz, eine Verletzung anderer!“ – Michael Haneke, Regisseur

Und damit geht es nahtlos weiter, denn Funny Games lässt keine Zeit zum Atmen. Eine kleine Familie macht Urlaub an einem See. Klingt nach wundervoll kitschiger Spießer Tätigkeit…ist es aber nicht. Mann und Sohn basteln fleißig an einem Segelboot um auf See zu stechen, Frau steht am Herd und bereitet das Abendessen vor. Plötzlich klingeln es und zwei Jungen stehen an der Tür. Ein Spiel beginnt, was die Familie nicht bis zum Morgengrauen überleben wird.

Eiskalte, kompromisslose 104 Minuten, die selbst hartgesottene Gorehounds und Thrillerfreaks schockieren werden. Der Film ist unerträglich. Aber nicht weil er so scheiße ist, sondern weil er so verdammt gut und atmosphärisch so dicht ist, dass man mit der unschuldigen Familie Mitgefühl entwickelt. Man WILL einfach das sie überleben und den grausamen Folterungen der stets höflichen Jungen entkommen können. Aber dem ist nicht so. Am Ende breitet sich ein unendliches Gefühl von trauriger Leere in einem aus.

2007 kam eine Szene-zu-Szene Neuverfilmung von Funny Games raus. Er heißt Funny Games U.S. und wurde wieder von Haneke gedreht, um seine Schauerprosa auf die breite Masse loszulassen. Alle Bilder und alle Dialoge sind gleich geblieben, nur das Cast ist Amerikanisch.

Ich persönlich habe beide Versionen von dem Film geguckt. Ist wirklich eine 1 zu 1 Kopie also ist es egal welchen man holt. Man schaut den Film einmal, findet ihn gut,aber man sieht ihn sich keine zweimal an. Denn dann geht der Schockeffekt flöten und dann sieht man leider Gottes, einen Film der Weder Sinn noch Verstand hat.

7/10 Punkten

SALÒ ODER DIE 120 TAGE VON SODOM – 3 Disc Limited Collector’s Edition (EuroVision)

Ich und der Film

Fangen wir mal mit einem Klassiker und einem meiner Lieblingsfilmen an!

Pier Pablo Pasolinis letztes Werk war ein Kulturschock und bis heute ist dieser Film immer noch im Giftschrank des FSK zu finden.

Irgendwo in Italien, in der Zeit der Mussolini Diktatur, finden sich vier wohlhabende, aber perverse Wüstlinge zusammen. Auf einem traumhaften Schloss sperren sie sich und einige junge Männer und Frauen ein, um sich sadistischen Orgien hinzugeben. Ihre Gewaltexzesse und Perversitäten haben keine Grenzen, sodass die jungen Bewohner und Bewohnerinnen bald dem Tod ins Auge sehen.

Erwähnenswert ist ,dass der Film genauso wie seine literarische Vorlage von Marquis de Sade in mehrere Abschnitte eingeteilt wurde. Allerdings findet sich eine Hommage an Dantes Göttliche Komödie. Die szenarischen Abschnitte finden jeweils in verschiedenen Kreisen der Hölle statt – bis die vier Herrschaften, die schlimmer als der Teufel persönlich sind – alle aufs grausamste umbringen. Und dabei den Spaß ihres Lebens haben.

Wie oben erwähnt war dieser Film, welcher 1975 der Welt das fürchten lernte, das letzte Werk des Regisseurs. Er wurde kurz vor der Fertigstellung ermordet. Bis heute konnte der Mord nicht geklärt werden.

Meiner Meinung nach ist dies einer der größten Rohdiamanten unserer Zeit. Roh da er nie wirklich fertiggestellt werden konnte. Er ist bei weitem nicht so pervers wie das Buch, das wäre auch unmöglich. Allerdings hat er trotz seiner Jahren die er auf dem Buckel hat, immer noch sehr bildstark und schockierend! Nach viel Handlung muss man da nicht suchen da gibt es nämlich keine. Es ist ein Film voller Zerstörungswut und dem ausüben gottgleicher Macht, doch ein stummer Aufruf, ein stummer Protest, gegen die totalitäre Politik Mussolinis. Seine Aktualität hat der Film nicht einbüßen müssen in den Zeiten von Trump, Bolsonaro, Kim Jong-Un und Salvini brauchen wir solche alptraumhafte Dystopien, dass wir unsere Augen öffnen und unser erleben und Handeln überdenken!

10/10 Punkte weil Geil.