MARIE ANTOINETTE (2006) Sony Pictures

ich und der Film

Marie Antoinette (1755-1793) kam als Maria Antonia von Österreich in Wien zur Welt. Kaum war sie ein Kleinkind wurde sie von ihrer Mutter Maria Theresia von Österreich, an den Dauphin Louis Auguste von Frankreich versprochen. Dort setzt der Film ein.
Maria Antonia  ist unterwegs nach Versailles zu ihrem Verlobten. Nachdem sie sich auf neutralem Boden von ihrer Familie und Freunden verabschiedet hat, wird sie komplett entkleidet, um anschlißend in französische Stoffe eingekleidet zu werden. Von da an wird aus der Österreicherin Maria Antonia, die französische Dauphine Marie Antoinette. Am Hof von Mercy angekommen, muss sie sich an die Etikette gewöhnen, die eher kreative und legere junde Dame hat allerdings Anpassungsschwierigkeiten. Auch die Ehe läuft nicht so wie geplant: Maries Aufgabe besteht darin einen Thronfolger zu gebären. Allerdings scheint ihr Mann nichtmal wirklich Interesse an ihr zu haben.Gelangweilt von den strengen Sitten des Hofes, widersetzt sich Marie Antoinette, sie gibt sich pompösen Festen hin, lebt in Dekadenz und gibt mehr Geld aus, was dem sowieso schon bankrotten Frankreich lieb ist.Als König Ludwig XV., Louis Augustes Vater schließlich stirbt, übernimmt der Sohn als Ludwig XVI. den Thron. Für Marie bedeutet dies, sie wird zur Königin von Frankreich. Dennoch lebt sie weiterhin verschwenderisch und sorglos vor sich hin. Bis zur französischen Revolution als das hungernde, verzweifelte Volk das Zepter in die Hand nimmt und den Adeligen die Leviten liest.

Wer kennt sie nicht?

Die Königin des Prunkes, das Sinnbild für Verschwendung? Marie Antoinette ist als unbeliebsteste Königin Frankreichs in die Geschichte des Absolutismus eingegangen. Doch war sie wirklich so verschwenderisch und egoistisch oder ist sie nur ein Opfer ihrer Zeit gewesen?
Hier wird eine andere Perspektive der Königin gezeigt. Ein junges Mädchen, ein Teenager der gegen die Strenge schlägt, eingepfercht im engen Korsett eines Hofes, dessen Sitten ihr völlig fremd sind. Sie ist eine Frohnatur, feinfühlig und umgibt sich gerne mit Gleichaltrigen. Marie Antoinette macht das,was alle Teenager in ihrem jungen Alter machen würden; ausschlafen, feiern gehen, der Zerstreuung nachgehen. Bloß nicht den Verpflichtungen nachkommen, der sittenstrengen, verstaubten französischen Etiquette entkommen.Trost findet sie nur in der Mode, deckt sich ein mit teurem Plunder, später auch in dem atttraktiven Graf von Fersen und ihrem Lustschloss,dem Petit Trianon. 

Marie Antoinette ist mit seinen 118 Minuten ein wahres Freudenfest für die Sinne. Bunte Farben, traumhafte Kostüme und wunderschöne Szenarien. Unterspielt mit einem poppigen, fetzigen Soundtrack denkt man keine Minute an einen verstaubten Historienfilm, ganz im Gegenteil, selbst wenn man sich nicht für Geschichte und historische Persönlichkeiten interessiert, wird man positiv überrascht sein. Es ist ein Coming-age-Drama das sich selbst nicht ganz ernst nimmt. Das Cast ist sehr stark besetzt und grandios gespielt!

ein schicker Feelgood-movie, geeignet um selbst einem regnerischen Tag ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

10/10 Punkte

CIVIC DUTY (2006) Deadline – störkanal Edition

Ich und der Film

USA. Die Zeit nach 9/11. Die Angst ist immer noch omnipräsent. Der Buchhalter Terry Allen hat gerade seinen Job verloren. Dazu verdammt Zuhause rumzuhängen, beschäftigt er sich damit Nachrichten zuschauen. Geradezu obsessiv verfolgt er besonders Berichterstattungen über den Kampf gegen Terrorismus. Zum Unmut seiner Frau, wird er zunehmend Paranoid. Als in seiner Nachbarschaft ein islamisch anmutender junger Student einzieht, klingeln bei Terry die Alarmglocken. Er beobachtet ihn, versucht alles über die Identität des Mannes herauszufinden, bis für ihn der Entschluss steht, das er ein Terrorist sein muss.

9/11. Jeder Mensch der dieses Datum hört weiß sofort wo er gewesen ist. Jeder hat verängstigt mit angesehen wie einer der größten Wahrzeichen einer mächtigen Nation zu Staub zerfallen ist. Jeder war Paranoid, beunruhigt, niemand wusste wie es weiter gehen sollte. Der Terror war ein ständiger Begleiter, ein drohender Schatten der im Hintergrund lauert, ein Trauma was weltweit nie wirklich verarbeitet werden konnte, da bis heute noch Antworten fehlen.

Der Regisseur Jeff Renfoe hat mit diesem Film einen empfindlichen Nerv getroffen. Da die Verarbeitung des Themas nie wirklich stattgefunden hat muss man verdeutlichen was der Terror, der hier im Grunde gesehen nur im Kopf stattfindet, mit einem Menschen machen kann. Deswegen wirkt das Handeln des Protagonisten überhaupt nicht übertrieben, im Gegenteil die überzogene Handlung wirkt schockierend real. Terry ist der kleine Mann den jeder im Kopf hat. Und ab dort fühlt man sich unglaublich ertappt, was man erst als übertrieben abtut, doch nicht so abwegig ist. Auch die Darstellerische Leistung von Terrys Frau ist wunderbar. Das Spektrum zwischen liebevollem Verständnis bis hin zu blankem Entsetzen ist grandios. Man muss allerdings sagen, natürlich ein Film mit solch einem Thema schaut man sich nicht an um Spaß zu haben, man schaut ihn um das Ausmaß zu erkennen was 9/11 hinter sich zieht.

Ein Thriller, der nicht nur zum Nachdenken anregt sondern ein bitterer Bericht darüber was Verdrängung, Vorurteile und die Kraft der Medien mit uns anstellen können.

8/10 Punkte

BELLFLOWER (2011) Deadline – störkanal Edition

Ich und der Film

Woodrow und Aiden sind beste Freunde. Und was machen beste Freunde? Ja, sie bereiten sich gemeinsam auf die kommende Apokalypse vor! Ein getunter Wagen, Sprengfallen und ein selbstgebastelter Flammenwerfer, das Team „Mother Medusa“- so verbringen Sie ihre gemeinsame Zeit. Bis sie eines Tages auf eine Party gehen und beide Mädchen kennenlernen. Ab dort beginnt ein Strudel der Gewalt, Verrat und Sex, den alle in den Abgrund reißt.

Männerfreundschaften funktionieren nur so gut, bis Frauen ins Spiel kommen. Vor allem bei den Beiden Freaks. Sie verbringen die meiste Zeit damit Mad Max-Szenarien nachzuspielen, Waffen zu basteln, sich vorzubereiten auf das Ultimative Ende der Welt. Für Mädchen und Parties ist da nicht viel Platz. Es kommt wie es kommen muss. Einer fühlt sich übergangen von dem Anderen. Sie betrügen sich gegenseitig, werden Paranoid und zerstören sich; und auch die Vision von ihrer imaginären Welt die sie sich erschaffen haben.

Außergewöhnlich Nihilstisch, nicht viel Platz für Freude, nur Debris. Das dachte ich als ich den Film gesehen habe. Das Szenario ist dreckig, scheut sich nicht davor die schlechten Seiten des Lebens zu zeigen. Ungeschönt wird Sex dargestellt, die Liebe ist ein Schlachtfeld, der Untergang der Freundschaft reißt im apokalyptischen Pranken um sich. Für die beiden Jungs ist letztlich Die Welt untergegangen, oder doch nicht? Es mischen sich Psychosen, Halluzinationen, Wunschvorstellung und brutale Realität miteinander. Keiner weiß mehr was Wahrheit ist oder Fiktion. Diesen Film einem Genre einzuteilen ist sehr schwer. Irgendwas zwischen Coming-age-Drama, Thriller oder Roadmovie. Nur eins ist er definitiv nicht – Romantisch.

Schicker Film der im Gedächtnis bleibt, allerdings ist das einer der Filme, die man einmal guckt, ihn gut findet, aber nicht noch mal schaut.

7/10 Punkte

EVIL WORDS (2003) Deadline, Störkanal-Edition

Ich und der Film

Montreal wird von unheimlichen Begebenheiten heimgesucht. Erst erschießt ein Polizist 21 Kinder, scheinbar grundlos. Dann schneidet sich der erfolgreiche Schriftsteller Thomas Roy seine Finger ab und versucht sich das Leben zu nehmen. Als er schließlich in die Psyhiatrie von Dr. Paul Lacasse gebracht wird kommt er aus seinem katatonischen Zustand und erklärt das alles was er schreibt wahr wird. Der Reporter Charles Monette, welcher eine Biographie über Roy schreibt, legt dem Psychiater verschiedene Zeitungsberichte vor mit Unfällen, die alle zu Thomas Roy zurückführt werden können. Selbst das Leben von des Schriftstelles ist mit seltsamen Vorfällen gesäumt. Sie kommen einem satanischen Kult auf die Spur, nicht nur das, die schwangere Assistentin von Dr. Lacasse ist auch in Gefahr.

Eine merkwürdige Reihe von Unfällen, alle zurückzuführen auf einen scheinbar harmlosen Mann mittleren Alters. Kein Zufall, der Gehörnte selbst hat dort seine Finger im Spiel.

Was sich zuerst wie ein Horrorfilm anhört, ist mal wieder eher ein Thriller. Es wirkt alles ein wenig Steril, gefühllos, trotz der guten Leistung der Schauspieler. Man war da einfach nicht so bei Sache, obwohl die Story sehr vielversprechend klingt.

2/10 Punkte

KILLING ZOE (1994) Eurovideo

Ich und der Film

Der Amerikaner Zed reist mach Frankreich um seinen alten Kollegen Eric zu treffen. Eric hat ihn nicht umsonst nach Paris bestellt: Er plant einen Bankraub. Zed ist ein Virtuose im Safeknacken. Doch bevor der Coup losgeht ,steigt Zed in ein Hotel ab und lässt sich von einer Prostituierten verwöhnen. Die hübsche Zoe hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei ihm. Daraufhin stört Eric die vertraute Zweisamkeit, da er Zed in das Pariser Nachtleben nahebringen möchte. Dabei lernt er die Bande kennen mit denen er ausgerechnet am darauffolgenden Tag den Raub begehen soll. Es ist ein planloser Haufen Leute -Alkoholiker, Drogenabhängige- die für ein bisschen Kohle selbst ihre eigene Seele verkaufen würden. Am nächsten Morgen stürmen sie die Bank, die Geiseln werden nach und nach von der Truppe niedergemetzelt. Unter den wenigen Überlebenden findet Zed Zoe wieder. Der psychopathische Eric zwingt Zed weiter zumachen, ihn Plagen Gewissensbisse, er muss sich entscheiden auf welcher Seite er stehen will.

Ein Fremder in der Stadt der Liebe. Zed findet in Zoe eine Seelenverwandte, obwohl er nur ein paar Stunden mit ihr verbracht hat. Doch dann kommt Eric wieder, der durchtriebene vom Leben gezeichnete alte Freund. Das Pariser Nachtleben verwandelt sich in einen verstörenden Drogenexzess, keiner der Betroffenen kann mehr zwischen Halluzination und Realität unterscheiden. Noch schlimmer, es gibt nicht mal einen Plan für den geplanten Bankraub! Verkatert und total zerstört wird einfach hirnlos mit der Waffe draufgezielt, alles was sich (noch) bewegt. Das ist nicht Zeds Stil und er verweigert das Töten, seine Zeit kommt erst wenn er im Keller den Safe knackt. Er sucht gleichzeitig nach einem Ausgang um nicht mehr bei dieser Bande sein zu müssen.

Killing Zoe basiert auf dem selben Drehbuch wie Natural Born Killers. Aber da Tarantino nichts mit dem Meisterwerk von Oliver Stone zu tun haben wollte, ist er bei diesem Film als Produzent vertreten. Es gibt gewisse Parallelen zu den beiden Filmen. Leider ist Killing Zoe unter dem Medienrübel um Natural Born Killers untergegangen. Wenn man den nervigen „Akzent“ von Zeds deutschen Synchro ignoriert, die einen an einen gewissen Howard Carpendale erinnert, kann der Film sehr unterhaltsam sein. Man muss nicht nachdenken sondern einfach beschallen lassen.

Viel zu sagen gibt es dazu nicht, man muss ihn einfach geguckt haben!

9/10 Punkte

Clive Barker’s DREAD (2010) Sunfilm Entertainment

Ich und der Film

Die drei Studenten Quaid, Stephen und Cheryl starten ein Projekt, das sich mit dem Thema Furcht beschäftigt. Bewaffnet mit einer Videokamera interviewen sie andere Menschen, die ihnen Einblick in die tiefsten Ängste und innere Dämonen geben. Allerdings möchte Quaid das Experiment auf ein neues Level heben, da er glaubt man könne Angst nur mit Konfrontation überwinden, oder man zerbricht daran. Anfangs ziehen Cheryl und Stephen noch mit, doch als es ihnen zu viel wird, schreckt Quaid nicht davon ab seine Versuche an die beiden auszuprobieren.

Alle drei sind gezeichnet von ihrer Vergangenheit, sie kämpfen stetig mit ihren eigenen Dämonen. Quaid selbst nimmt Medikamente, im Laufe der Handlung setzt er sie eigenhändig ab und wird von Szene zu Szene immer wahnsinniger. Er nimmt die Studie todernst, im Gegensatz zu Stephen und Cheryl, die am liebsten mehr Zeit für sich haben würden.

In dem Film gibt es immer mal wieder Rückblenden die die Vergangenheit der Protagonisten zeigen. Dort wird deutlich, jeder von ihnen hat ein Trauma zu bewältigen. Generell lässt sich sagen das der Film aus zwei Teilen besteht. Der erste Teil zeigt so ziemlich was das Klischee Studentenleben ist: Saufen, Party, Sex. Zwischendurch gibt es Pseudo-psychologisches Gerede über das Leben. Der zweite Teil geht ans Eingemachte. Erst kommt Quaids kranke Persönlichkeit zu Vorschein, danach geht es weiter mit ungemütlichen Psychoterror und blutigen Taten. Die Darsteller sind zufriedenstellend, wirken allerdings etwas „zu“ glattgebügelt für diesen Horrorfilm.

Ein schnuckeliger Horrorfilm, perfekt geeignet zum kuscheln und gruseln.

8/10 Punkte

SUICIDE CIRCLE (2002) i-on

Ich und der Film

Eine Serie von Selbstmorden erschüttert ganz Japan. Niemand weiß warum sich ganze Gruppen von Jugendlichen mit voller Begeisterung in den Freitod stürzen. Die Polizei ist zweifelt; ist es ein Kult der dahintersteckt? Oder sind es doch perfekt inszenierte Morde? Was hat hat es mit dieser kuriosen Webseite auf sich?

Selbstmord ist ein großes Thema in Japan. Allein darüber zu reden ist ein Tabubruch.

Doch dann kommt Shion Sono um die Ecke und schmeißt einem diesen Film um die Ohren. Der Skandal-Regisseur ist bekannt für seine Gesellschaftskritischen Werke, die sich selbst nicht allzu ernst nehmen, allerdings zum Nachdenken anregen sollen. SUICIDE CIRCLE ist ein Fest der Surrealität, zeigt ungeschönt die hässliche Wahrheit über Selbstmord und dessen Folgen. Wer allerdings nach einer Antwort auf die mysteriöse Mordserie erwartet, der wird sehr schnell enttäuscht sein. Der Film ist von Anfang an eine Aneinanderreihung von Brutalitäten, ohne den Anschein einer Handlung. Eine Antwort ist dort fehl am Platz. Eher wird jemandem verschiedene Hinweise gegeben die zusammenhängen könnten, aber man weiß es nicht. Oder etwa doch?

Hinterlässt definitiv Eindruck.

6/10 Punkte

A TALE OF TWO SISTERS (2003) e-m-s

Ich und der Film

Die Schwestern Su-mi und Su-yeon kommen nach einem längeren Psychiatrieaufenthalt zurück zu ihrem Vater, welcher ein schönes Haus am See hat. Der vorzeitige Tod der Mutter war der Auslöser für den Aufenthalt. Begrüßt werden sie von der neuen Frau an der Seite des Vaters, allerdings verhält sich die ältere Su-mi eher feindselig und die junge Su-yeon geht auf Abstand. Nicht einmal eine Nacht ist im Haus vergangen und es passieren merkwürdige Sachen, es scheint so als ob ein Wesen, vielleicht sogar ein ruheloser Geist sein Unwesen zu treiben und es auf die Familie abgesehen zu haben.

Eine ewige Geschichte: die Kinder mögen die neue Frau von Vater nicht, die Frau mag die Kinder nicht, deshalb quält man sich solange untereinander wie es nur geht. Der Vater spielt oberflächlich keine große Rolle, allerdings merkt man, dass mit dem Verhältnis von ihm und seiner ältesten Tochter irgendwas nicht stimmt. Sowieso ist die Grundstimmung sehr beklemmend sobald man Einblick in das Haus bekommt. Und was hat es mit diesem riesigen gruseligen Kleiderschrank auf sich?

Beunruhigend. So würde ich den Film beschreiben. Bis zum Ende weiß man eigentlich nicht was dort eigentlich los ist, aber die Atmosphäre ist der Hammer! Allerdings hat er mit 110 Minuten auch in gewisser Weise seine Längen drin, aber die braucht der Film auch. Er baut sich nicht auf, es bleibt konstant düster und mysteriös, er verzichtet vollkommen auf Blut und unnötige Jumpscares. So stellt man sich ein gutes asiatisches Schauermärchen vor!

Atmosphärisch Dichter Asia-Horror mit schockierenden Ende. Kann man sich zu gute tun.

8/10 Punkte

Jack Ketchum’s EVIL (2007) FILM CONFECT

Ich und der Film

Nach dem tödlichen Unfall ihrer Eltern, müssen Meg und ihre jüngere Schwester Susan zu ihrer Tante Ruth ziehen. Ruth hat selbst mir drei vorpubertären Söhnen zu kämpfen. Der Nachbarsjunge David ist auch öfters bei ihnen und heimlich in Meg verliebt. Die völlig überforderte Mutter lässt ihren Frust an den Mädchen aus, besonders an Meg. Doch es kommt noch schlimmer, als Ruth schließlich einen Einwand findet um die arme Meghan weiter zu demütigen und misshandeln. Sie wird in den Keller gesteckt und nicht nur von ihren Cousins gequält, sondern auch von den Nachbarskindern.

Ruth ist eine schreckliche Mutter. Sie säuft, raucht und flucht vor ihren Kindern. Außerdem stiftet sie sie auch an sich mit zubesaufen. Natürlich färbt dieses Verhalten ab. Ihre Kinder sind gemein, grausam, eher sogar Sadisten. Immer suchen sie eine Gelegenheit ihre Cousinen zu quälen.

Und kennt ihr die Story? Ja? Nein? Vielleicht? Die Geschichte basiert tatsächlich auf dem Fall Sylvia Likens aus dem Jahre 1965. Der große Horror-autor Jack Ketchum verarbeitete den Stoff für den Roman Evil. Deshalb finden sich leichte Abänderungen zum Originalfall. Die Ereignisse wurden im selben Jahr in dem Film An American Crime zusammen gefasst, die auf dem richtigen Fall basieren. Trotzdem nochmal zurück zu Evil. Er lässt einem nicht viel Fantasie oder Luft zum Atmen, sehr brutal und erbarmungslos schmettert er sich in die Köpfe der Zuschauer. 91 Minuten lang schaut man dem Martyrium des jungen Mädchens zu und fragt sich letztendlich: Warum?

Die Enscheidung zwischen An American Crime und Evil ist wirklich schwer, beide sind sehr gut und greifen ein sehr schwieriges Thema auf. Vom Aufbau her sind beide gleich, allerdings ist Evil ein Stückchen brutaler, wirkt sich auch auf die FSK-Prüfung aus. Die 18-er Plakette ist vollkommen berechtigt.

8/10 Punkte

STRANGE CIRCUS (2005) rem

Ich und der Film

Taeko ist eine an den Rollstuhl gefesselte Bestsellerautorin. Ihre Stories sind grotesk,geradezu skandalös. Ihr momentanes Werk dreht sich um den Leidensweg der 12-jährigen Mitsuko. Sie lebt mit ihren reichen Eltern zusammen in einer prunkvollen Wohnung. Doch ihr Vater missbraucht sie, sperrt sie in einen Cellokasten mit einem kleinen Guckloch und dann muss sie ihren Eltern beim Sex zusehen. Danach werden die Rollen getauscht; die Mutter wird eingesperrt und der Vater vergeht sich widerrum an seiner Tochter. Das Familienleben ist zerrüttet,die schöne Mutter die immerzu liebevoll mit ihrer Tochter umgangen ist, wird plötzlich abweisend, eifersüchtig gegenüber Mitsuko. Drangsaliert von ihrer Mutter, zieht sich Mitsuko in ihre verstörende Fantasiewelt zurück. Taekos neuer Assistent Yuji, von ihr liebevoll Robo genannt, hat beim Lesen des Skripts den schockierenden Verdacht,das die Bestsellerautorin ihre eigene entsetzliche Kindheit verarbeitet hat.

Die Autorin lebt in einer grotesk eingerichteten Wohnung, genauso grotesk ist auch ihre Persönlichkeit. Bis auf ihre Assistenten und Verleger weiß niemand wie sie aussieht. Sie wirkt wie ein Geist, keiner weiß wo sie herkommt oder ob Taeko überhaupt ihr richtiger Name ist. Was hat es mit dem Hinterraum auf sich neben ihrer Wohnung? Kann sie wirklich nicht laufen? Wieso redet sie nicht über ihre Vergangenheit?

Fragen über Fragen. Erst als überladener, bunter und schriller Zirkus getarnt, entwickelt sich der Film zu einem Horrortrip durch den Kopf einer hoffnungslos kranken Frau. Man entwickelt wahnsinniges Mitleid mit ihrem (vermutlichen) Alter Ego Mitsuko. Das arme Kind, geschunden von der Mutter, vernachlässigt vom sexbessessenen Vater und der Teufelskreis schließt sich mit der Gefangenschaft des Rollstuhls. Der wird widerrum eine tragende Rolle im weiteren Verlauf der Handlung sein. Fantasie und Wahrheit liegen in dieser Geschichte sehr nah beieinander und es eröffnet sich eine bizarre Parallelwelt, die vollkommen undurchsehbar ist und gegen allen Erwartungen entspricht.

Sion Sono ist bekannt für seine gesellschaftskritischen Werke, vor allem weil sie allesamt grotesk inszeniert sind und so manchen mit mehr Fragen zurücklassen als in dem Film selbst gestellt werden. Auch genau bei Strange Circus ist das der Fall. Man darf nicht so viel hinterfragen, allerdings ist man auch gefordert nachzudenken über die Moral und das Handeln der Charaktere. Allerdings legt der Film nicht viel auf typische Horrorelemente, sondern zeichnet sich eher durch seine Groteske, radikale und schonungslose Erzählweise aus. Und das Ende ist der totale Wahnsinn!

9/10 Punkte