Dogtooth (2009) deadline – störkanal edition

ich und der Film

Griechenland. Mitten in einer Idylle umgeben von einer riesigen Mauer, steht abgeschottet von der Außenwelt eine riesige Villa mit Swimmingpool. Auf diesem Grundstück lebt ein namenloses Elternpaar mit seinen fast erwachsenen Kindern. Auch die Kinder sind ohne Kontakt zur Außenwelt groß geworden. Dank der bizarren Erziehungsmethoden, wie unter anderem den Kindern mittels Tonbändern Bedeutungen von Wörtern absichtlich falsch zu erklären, für den pubertierenden Jungen extra eine Mitarbeiterin des Vaters ins Haus zu holen damit sie Geschlechtsverkehr miteinander haben können, leben sie glücklich vor sich hin. Scheinbar. Die Kinder geben sich untereinander sadistischen Spielchen hin, spätestens als der Nachwuchs sich fragt was hinter Mauer eigentlich ist, muss der Vater zu dramatischen Mitteln greifen. Er möchte doch nur sich und seine Familie beschützen, koste es was es wolle.

Durch einen Tauschhandel erhält die älteste der Töchter VHS-Kassetten von der Mitarbeiterin Christina. Diese wühlen das Kind so derart auf, dass es die Familienidylle erschüttert. Doch wie einst der Vater sagte; wenn der sogenannte „Hundezahn“( gemeint ist der rechte Eckzahn des Menschen) ausfällt, dürfen sie, wie einst der verschollene Bruder der Kinder, das Haus verlassen. 

Still, nüchtern und minimalistisch wird in 93 Minuten das Drama einer zutiefst dysfunktionalen Familie gezeigt. Man merkt, nicht nur den Kindern sind Emotionen fern, sondern auch den Eltern. Die Priorität liegt darauf sich abzuschotten, bis auf den Vater der die gesicherte Behausung zum arbeiten verlässt. 

Krank ist kein Ausdruck für das was in dem Film gezeigt wird. Diese durch und durch rabenschwarze und tiefpolitische Satire hält dem Zuschauer den Spiegel vor. In Zeiten von Josef Fritzl, Wolfgang Priklopil und Gerrit Jan van Dorsten erleben wir hier, was eine totalitäre überwachende Erziehung mit Kindern anstellt. Die drei sind absolute Soziopathen, nicht nur das, der Vater genießt es Gott zu spielen, schreckt nicht mal mehr von Inzest zurück nur damit sie alle beisammen bleiben.

Groteskes Sozialdrama, etwas gewöhnungsbedürftig aber lohnt sich absolut!

9/10 Punkten

HUNGER (2009) deadline – störkanal edition

ich und der Film

Ein perverser Psychopath sperrt 5 Menschen in eine dunkle Höhle. Außer 5 Tonnen mit Trinkwasser befindet sich keine weitere Nahrung für die Opfer. Sie kennen sich gegenseitig nicht, wissen nicht wieso ausgerechnet sie ausgewählt wurden. Nur eins ist sicher: sie werden beobachtet. Die ersten Konflikte sind absehbar, aber spätestens als die Gefangenen am Hunger leiden, beginnt der Überlebenskampf.

DER MENSCHLICHE KÖRPER KANN 30 TAGE OHNE NAHRUNG ÜBERLEBEN. ABER DANN….

Heutzutage ist alles eine Selbstverständlichkeit; wir sind übersättigt von Sinneseindrücken, Lebensmittel im Überfluss, Wasser aus der Leitung immer dann wenn wir wollen. Aber was ist wenn man uns den Luxus nimmt, das zu tun was wir wollen? Es beginnt mit Unzufriedenheit, Langeweile,danach Unwohlsein. Und dann setzt wohl oder übel das Hungergefühl ein. Wenn der Hunger aber so unerträglich wird, dass der Körper nicht mehr standhalten kann, was passiert dann? Ja, die Antwort liegt auf der Hand: irgendwann werden die Mitmenschen nicht nur als Feind ,sondern auch ganz oben auf der Speisekarte gesehen.

Der Film spielt teilweise im Dunkeln statt. Die Zuschauer fungieren als Voyeure, sehen den Protagonisten beim verhungern zu. Zwischendurch wird immer mal wieder auf den Entführer zurückgeschnitten, der sich an seinen unzähligen Monitoren an dem Leid der Menschen ergötzt. Die Atmosphäre ist düster und dreckig. Jeder Hoffnungsschimmer verfliegt nach der Zeit, denn die Gefangenen verlieren den Verstand, verfallen dem Wahnsinn und nacheinander dem Kannibalismus zum Opfer. Sie werden gewalttätig, spielen Psychospiele. Der Film versucht ein psychologisches Bild zu erschaffen, wie seiner Meinung nach Menschen reagieren wenn man ihnen alles nimmt und man überleben will.

97 Minuten in den Abgrund der menschlichen Seele schauen. Kann gut sein, muss aber nicht. Die Atmosphäre stimmt, die Schauspieler sind auch einigermaßen, es wird schön fies und blutig…Aber wirklich 97 Minuten? Er geht am Ende ziemlich in die Längen, noch schlimmer, er fängt an Vorausschaubar zu werden. Das Ende ist kaum schockierend oder überraschend.

Es gibt bessere Filme, die Psychogramme von Menschen in Not zeigen.
2/10 Punkten

Über Kontinuität, chronischer Unlust und….Haare.

Ich

ich gebe zu ich bin ein wenig faul gewesen in letzter Zeit…okok die letzen 6 Monate.

Aber es ist viel passiert. Ich habe Gewicht zugenommen, meine Ernährung umgestellt, Sport gemacht…danach Filme aus der Sammlung ausgesucht, 200000 Outfits zusammen gestellt und dann mindestens zwei Stunden Fotoshootings gemacht. Irgendwie…war das zum Scheitern verurteilt. Erstens, sind weder mein Freund noch ich Profis, Zweitens mein zwanghafter Perfektionismus hat uns in den Wahmsinn getrieben und Drittens, wo bleibt die Zeit zur Erholung?

War alles nichts und mal im ernst: das hier ist ein kleiner Blog, mit Liebe betrieben. Ich poste was ich will, wann ich will und wie ich will. Warum sich dann so unter Druck setzen???

So, nachdem ich still und heimlich 10 kg abgenommen habe und mich wieder einigermaßen wohlgefühlt habe, passierte ein sehr einschneidendes Erlebnis kurz vor Weihnachten.

Auf der jährlichen Betriebsversammlung auf dem frankfurter Weihnachtsmarkt, bin ich einer ganz besonderen Person begegnet. Wir haben uns unterhalten, über Herkunft, da wir beide „mixed“ sind. Die ganze Zeit schwebte mir eine Frage im Kopf: „Was habe ich nicht, was sie allerdings hat?“ Die Antwort war ganz einfach. Selbstbewusstsein. Selbstakzeptanz. Und letztendlich Selbstliebe. Woran ich das erkannt habe? An ihren Haaren. Sie stolzierte mit ihrem wunderschönen Afro-Haar in der Öffentlichkeit rum ohne sich zu schämen. Wahnsinn.

Seitdem hab ich mein Glätteisen in den Keller verbannt, meine Haarlotionen mit Mineralöl gleich mit dazu; plünderte den Afro-Shop am Hauptbahnhof, schaute mir YouTube Videos an und hörte nach über 13 Jahren auf mir die Haare zu glätten. Das kam einem Ritterschlag nahe. 

Ich bin endlich einigermaßen zufrieden mit mir und der Welt. Anders kann ich es mir nicht erklären. 
Und jetzt?
Mir kam wieder in den Sinn meinem Hobby wieder nachzugehen. Ohne Zwang. Ohne Druck. Und natürlich nicht ohne eine Erklärung was das letzte halbe Jahr passiert ist…vielleicht nimmst du dir die Zeit und liest das hier, vielleicht auch nicht. Letztendlich, mach ich eh was ich will.

Grüße!!!!

DIE FRAUEN VON STEPFORD (2004) DreamWorks Homeentertainment

Ich und der Film

Joanna Eberhart ist eine erfolgreiche Tv-Produzentin. Nach einem Anschlag wird sie von dem Fernsehsender entlassen. Joanna ist am Boden zerstört, bricht zusammen und erleidet ein Burn-Out. Ihr treuer Ehemannn Walter Kresby sieht die Gelgenheit für einen Neustart. Sie ziehen in eine Gated-Community. Doch hier scheint es, zu ihrer Überraschung, als wäre die Zeit stehen geblieben. Zwar leben die Familien in hochmodernen Häusern, doch die Rollenverteilung von Mann und Frau ist sehr traditionell. Überall laufen die Frauen perfekt gestylt, in Kleidern rum, kümmern sich um den Haushalt, sorgen liebevoll für ihre Kinder; immer mit einem ausladenen Lächeln im Gesicht. Während die Männer ebenso liebevoll von ihren Frauen umsorgt werden, treffen sie sich in einem Gentlemens Club, angeführt von dem charismatischen Mike Wellington. Joanna nimmt diese Veränderung nicht so gut an wie ihr Ehemann und findet in der Schriftstellerin Bobbie Markowitz und dem schwulen Architekt Roger Bannister Gleichgesinnte. Doch als die beiden sich auch urplötzlich zu perfekten Stepford-Zombies werden, steht Joanna wieder alleine da, sie ermittelt auf eigene Faust und kommt hinter das Geheimnis von Stepford.

Stepford wirkt wie der Himmel auf Erden für frustierte Ehepaare. Die Kinder werden ins Camp abgeschoben, während die Eltern ihren Interessen nachgehen. Die Männer genießen ihre Zeit im Gentlemens Club, zwischen Whisky, Zigarren und Roboterkämpfen, während die Frauen putzen, einkaufen und sich zum Nachmittagstee zusammen setzen. So schön, so gut. Alles wäre ja alles perfekt, wenn die Frauen nicht so angsteinflößend „perfekt“ wären. Roboterartig bewegen sie sich durch die Stadt, sehen alle gleich aus, denken dasgleiche, gehen den selben Tätigkeiten nach. Es scheint, als ob die Frauen mit dem Einzug nach Stepford jegliche Ecken und Kanten ihres Charakters samt ihrem alten Leben vor den Gittern der Gated Community gelassen hätten.

Vorstadt Purgatorium, kunterbunte Bonbon-Kleider und eine Menge Geheimnisse – diese Stadt lebt den amerikanischen Traum. Mit dem Original von 1975 hat dieser Film nur den Titel gemeinsam. Dieser Starbeladene Streifen ist eine rabenschwarze Komödie, eine Hommage an die Traumvision die viele Menschen auf der Welt von Amerika haben, die es aber nie gegeben hat. So perfekt Stepford auch ist, genauso ist es unheimlich und verstörend zugleich. Der Film kokiert erfolgreich mit Vorurteilen und Stereotypen, jongliert geschickt mit Tragik und komischen Einlagen. Zeitgleich ist er aber auch eine Warnung an die heutige Konsum-,Leistungs- und Arbeitsgesellschaft. Eins wird nach dem Film deutlich klar; trotz den Umbrüchen die wir zwischen durch in der Gesellschaft haben, wir sind alle irgendwie auf dem Weg in die Stepford-Hölle.

Der Film dauert 89 Minuten. Vollkommen zufriedenstellend. Die Zeit verfliegt wie im Flug, er ist sehr unterhaltsam, sehr komisch und geradezu bizarr zugleich. Der Titel „Remake“ ist absolut nicht zurtreffend, es sind parallellen zu erkennen, allerdings werden hier komplett auf Horrorelemente verzichtet und sehr auf Comedy ausgelegt. Im großen und ganzen lässt sich sagen, eine hochglanz Hollywood-Produktion mit einem bitteren Nachgeschmack.

Nette Komödie für einen erfüllenden Abend.

8/10 Punkte

NAKED WEAPON (2002) mccone 

Ich und der Film

Die mysteriöse Organisation um die nicht minder mysteriöse Madame M entführt weltweit begabte Kinder um sie zu Profi-Assassinen auszubilden. Unter ihnen das Trio Charlene, Katt und Jing. Von klein auf gedrillt werden die Mädchen Jahre später frei gelassen um Jobs zu erledigen. Sie verdienen massig Geld, jetten um die Welt um Mafiabosse zu verführen, um sie schließlich lautlos zu exekutieren. Ein CIA-Agent namens Jack Chan ermittelt schon lange gegen die Machenschaften von Madame M. Er hat stets im Dunkeln getappt ,bis er schließlich auf Charlene trifft und sich in sie verliebt. Charlene kommt in einen Konflikt, denn ihre Chefin duldet keine einzige Gefühlsregung; entscheidet sie sich für Chan muss sie ihre komplette Vergangenheit hinter sich lassen und die Organisation verlassen.

Von klein auf hart trainiert, gedrillt und zur Höchstform optimiert; so sah die Kindheit bzw. Jugendzeit der drei jungen Frauen aus. Lange isoliert auf einer nicht lokalisierbaren Insel, in den Händen der grausamen Madame M, den einzigen Trost den die Mädchen hatten, war die Freundschaft untereinander. In der wahren Welt galten die Mädchen lange als vermisst, nun sind sie mit neuen Identitäten wieder da. Aber nicht um ein normales Leben zu führen, nein, sondern um gezielt Menschen auf kreativste Weise zu töten um Profit zu generieren.

Der einzige der die Zusammenhänge zwischen den Vermisstenfällen und Madame M sieht ist Jack Chan. Mit seiner tollpatschigen Art findet er Charlene, sie verlieben sich ineinander. Für sie ist er der erste Mann der ihr wohlgesonnen ist. Allerdings kann Charlene niemandem trauen, außer ihrer besten Freundin Katt, für ihre Freundschaft würden beide über Leichen gehen. 

Naked Weapon ist ein Martial Arts-Thriller mit geballter weiblicher Power. Die netten Vorzüge der leicht bekleideten Damen und die verdammt coole Choreografie der Kämpfe lässt über die recht dünne Story hinwegsehen. Das anfängliche Drill-Camp verwandelt sich gegen Mitte des Films zu einem Thriller und wandet sich im letzten Drittel zu einem Gefühlsdrama; zu viele Wandlungen für nur 90 Minuten Film. Man wusste anscheinend nicht so ganz wohin der Film führen sollte und hat vorsichtshalber mal alles hineingepackt. Sowas erwartet man nicht bei einem hundsgewöhnlichen „Kampffilm“. Wer sich aber dennoch für detailverliebte Stunts und kreative Tötungsmethodik interessiert wird es nicht bereuen ihn zu gucken. Vorallem weil Maggie Q definitiv eine Augenweide ist.

Ein Film mit einigen Schwächen, allerdings sehr schön insziniert mit tollen Kampfszenen.

5/10 Punkte

DELLAMORTE DELLAMORE (1994) Laser Paradise Red Edition

Ich und der Film

In einer kleinen italienischen Stadt gibt es einen besonderen Friedhof. Wenn die frischverstorbenen im Grab bestattet wurden, erheben sie sich wieder als Zombies, um Mneschen zu fressen. Der junge Francesco Dellamorte und sein geistig zurückgebliebener Assistent Gnaghi haben es sich zur Aufgabe gemacht, auf dem Friedhof wieder für Ruhe und Ordnung zu Sorgen. Nachts erschießen sie die Wiedergänger um sie zur ewigen Ruhe zu betten. Eines Tages verliebt sich Francesco in eine junge Witwe, deren wesentlich älterer Gatte kürzlich verstorben ist. Während sie ihre getraute Zweisamkeit direkt auf dem Grab des Toten verbringen, erhebt sich dieser wieder. Als der Friedhofgärtner sich des Zombies entledigen will, tötet er ausversehen seine neue Geliebte. Francesco verfällt in tiefste Depressionen, denn der Alptraum der wiederkehrenden Toten nimmt einfach kein Ende.

Die Toten erheben sich aus ihren Gräbern. Schlimm genug für die beiden Arbeitskollegen und beste Freunde Francesco und Gnaghi. Tagsüber bestatten und pflegen sie den Friedhof, nachts gehts auf Zombiejagd. Was keiner der beiden weiß, jeder von ihnen wird auf Personen treffen in die sie sich verlieben, ihnen wird es immer schwerer fallen diesen „besonderen“ Job auszuführen, der Verlust und die Sehnsucht nach einer geliebten Person ist das schlimmste was jemanden wiederfahren kann.

Dellamorte Dellamore ist eine rabenschwarze Horror-Tragikkomödie. In den Slapstick-Momenten zwischen Francesco und Gnaghi bleibt definitiv kein Auge trocken, die beiden sind wahnsinnig witzig zusammen. Wunderschön anzusehen, ist das ein scheinbar beeinträchtiger Mensch auch wenn nur für einen absehbaren Moment, seine wahre Liebe findet. Der arme Francesco derweil, kämpft mit seiner Bestimmung die lebenden Toten zu vernichten, lebt nihilistisch und zynisch in seiner kleinen schäbigen Bretterbude daher, immer wartend auf die Rückkehr seiner Toten großen Liebe. 

Mit seinen knapp 100 Minuten hat der Film leider Gottes auch seine Längen. Am Ende sehnt man sich nach dem Ende. Ja, der Film ist lustig, und ja, es ist traurig das alle Toten zu Zombies werden und wiederkommen, aber die  Auflüge zwischen durch verwirren den Zuschauer und man fragt sich wo die Logik des Films geblieben ist. Oder gibt es keine? Die Grundstory ist echt interessant und spannend insziniert, die Leistungen super, aber gegen Mitte fällt der Spannungsbogen ab, am Schluss gibt es ein grandioses Ende, was ich hier nicht verraten will, aber es lohnt sich auf jeden Fall. 

Wer auf Horrorkomödien a la Braindead steht, der wird Dellamorte Dellamore definitiv mögen.

06/10 Punkte

THE CELL (2000) Kinowelt

Ich und der Film

Die Psychologin Catherine kann mit Hilfe einer speziellen Machinerie in das Bewusstsein von ihren Patienten eindringen. Sie hat sich bisher nur mit komatösen Kindern beschäftigt, doch jetzt wird ihr neuester und gleichzeitig schwerster Fall eingeliefert: der schwer gestörte Serienmörder Carl. Als er gefasst wurde, kam bald ans Licht dass er sein letztes Opfer noch nicht getötet hat. Sein Schema ist immer dasselbe; in einer kleinen Zelle werden junge Mädchen eingesperrt, danach füllt sich die Vorrichtung mit Wasser, sodass sie ertrinken. Währenddessen wird das Martyrium der Frauen mit Kameras gefilmt. Letztendlich nimmt er die Leiche und schändet sie während er die Filme schaut. Catherine begibt sich in die Wahnwelt des Psychopathen und findet seine Opfer als Sexmarionetten wieder. Gleichzeitig wird ihr bewusst, er ist nicht einfach so zum Mörder geworden, seine brutale Vergangenheit trieb ihn dazu.

Carl wurde schon als Kind schwer misshandelt. Sein brutaler Vater machte ihn zu dem der er heute ist – ein misogyner Psychopath. Seine Traumwelt ist bizarr, grellbunt und gewaltätig. Zwischen Sex und Gewalt scheint er eine gespaltene Persönlichkeit zu besitzen, beide Persönlichkeiten treffen auf Catherine. Sie versucht an die gute Seite von Carl zu appellieren, da dem letzten Opfer nur noch wenige Stunden zum Überleben bleiben. Tatkräftig wird sie von dem FBI-Agenten Peter Novak untersützt, der zwar nicht viel von der „Traummaschine“ und dem Therapieansatz von Catherine hält; bis er selbst in das Bewusstsein von Carl einsteigen muss um Catherine zu retten.

In The Cell treffen zwei Welten aufeinander: Realität und Traum. Durch die entwickelte Technologie lassen sich nicht nur Träume aufzeichnen, sondern der Therapeut kann in das Bewusstsein des Patienten vordringen und mit diesem Interagieren. Ein absoluter Durchbruch der Psychotherapie. Aber umso gefährlicher wird es wenn man in die Welt eines perverser Serienmörders eindringt, der über seine Gedankenwelt herrscht wie ein Gott. Kann ein normal sterblicher Mensch, einen Gott in seiner eigens kreierten Welt besiegen?

Dieser Film ist mit 105 Minuten schon bald zu kurz. Ich konnte mich kaum satt sehen an den wünderschönen und derart bizarren Bildern. Die Story ist eigentlich nichts neues, bis auf ein Detail; die Therapie-Maschine. Es ist einfach unglaublich spannend zu sehen wie es in den Köpfen der Menschen wirklich aussieht. Und mit dieser Unwissenheit spielt The Cell indem es eine unreale, verwirrende und groteske Welt erschafft. Die Leistungen der Schauspieler ist super. Besonders Vincent D´Onofrio, der wieder als Psychopath herhalten muss. Dieser Film ist eigentlich so bizarr und unbeschreiblich gut, man muss ihn gesehen haben!

Ein fesselnder Thriller, mit „das Schweigen der Lämmer“- Charme

9,5/10 Punkte

PAPRIKA (2006) Sony Pictures

Ich und der Fillm

Der DC Mini ist eine Revolution in der Psychotherapie. Er ermöglicht dem Therapeuten in die Träume des Patienten aufzuzeichnen und zu analysieren, sodass beide Parteien aktiv miteinander interagieren können. Dr. Atsuko Chiba arbeitet illegal mit dem Gerät, da das System offiziell nicht als vollkommen ausgereift gilt. Dafür hat sie sich ihr Alter Ego „Paprika“ geschaffen, eine quirligere, lebhaftere Version von sich selbst. Der Prototyp des Gerätes wird gestohlen, der Dieb missbraucht ihn um das Unbewusstsein der Menschen zu manipulieren. Bald gehen die sogenannten „Traumterroristen“ auf das Entwicklungsteam des DC Minis los und leitet einen nach dem anderen in den Freitod. Die Ermittlungen von Dr. Chiba bringen sie zu dem Punkt dass die Terroristen alle Menschen in eine Traumwelt einsperren wollen um die Weltherrschaft an sich zu reißen.

Kosaku Tokita ein fettleibiger Informatiker, dazu aber ein Genie; per Zufall erfindet er den DC Mini, eine Maschine zum kontrollieren der Träume. Seine langjährige Bekannte, die ernste Dr. Atsuko Chiba beherrscht das Gerät wie keine Andere. Ihnen ist es wichtig, das der DC Mini nur zur therapeutischen Zwecken genutzt wird, alles andere ist Missbrauch. Dem Team ist der Gefahr bewusst die sie in den Händen halten. Und eines wird ihnen auch bewusst; der Dieb muss ein Insider sein.

Wo ist die Grenze zwischen Traum und Realität? Bei diesem Film verschieben sich diese beiden Instanzen. Manchmal sieht man auf welcher Ebene sich die Protagonisten bewegen, manchmal nicht. Oder träumen sie alle schon von Anfang an? Der Film spielt mit der Traumlogik, zieht mit einer gewaltigen bunten Märchenwelt den Bildschirm, kann sich aber genauso wieder in die eiskalte, langweilige Realität verwandeln. 

Paprika ist ein fesselnder Psychothriller, der mit verrückten Bildern und witzigen Dialogen die Zuschauer verzaubert. Man empfindet sofort Sympathie mit den Protagonisten, der Soundtrack ist der absolute Hammer. Wem die Traum/Realität-Thematik bekannt vor kommt, der Film Inception basiert auf diesem netten Anime!
9/10 Punkte

FLESH EATING MOTHERS (1988) Best Entertainment

Ich und der Film

In Nordamerika bricht eine unheimliche Seuche aus. Scheinbar erkranken nur Frauen daran, die Kinder zur Welt gebracht haben, sprich Hausfrauen. Erst verlieren sie den Verstand, dann mutieren sie zu zombieähnlichen Wesen und haben einen unbändigen Hunger auf menschliches Fleisch. 

Der Detektive Clyde McCormick macht sich mit geladener Waffe auf den Weg, die Stadt vor den fleischfressenden Müttern zu retten.

Mütter die zu Kannibalen werden? Das klingt nach einem mega Splatterspaß. Ist es auch. Man kann nicht viel zu dem Film sagen, einfach DVD rein, Kopf aus, beschallen lassen von den ultrakomischen Dialogen und superbilligen Splattereffekten. Aber bitte den Import aus Österreich holen,nicht die geschnittene deutsche FSK-16-Fassung!!!
6/10 Punkte

THE HEART IS DECEITFUL ABOVE ALL THINGS (2004) deadline – störkanal edition

ich und der Film

Der siebenjährige Jeremiah ist bei Pflegeeltern aufgewachsen. Eines Tages kommt das Jugenamt und nimmt ihn einfach wieder mit. Unter Protest kommt er bei seiner biologischen Mutter Sarah unter. Sarah ist alles andere als eine gute Mutter, mit 15 wurde sie schwanger und gab den Bub einfach weg. Sie nimmt Drogen, säuft,klaut und flucht, hat keinen festern Wohnsitz und pendelt von einer toxischen Beziehung zur anderen. Einer ihrer Beziehungen vergewaltigt Jeremiah. Der arme landet in der Notaufnahme und kommt dann bei seiner bis dato unbekannten Großmutter unter. Die Familie von Sarah gehört einem christlichen Kult an und erzieht die Kinder zur göttlichen Ehrfurcht. Drei Jahre später, Jeremiah verbreitet die Kunde Jesu Christi auf der Straße, taucht seine Mutter wieder auf und nimmt ihn mit. Wieder wird er aus seinem Alltag gerissen, kommt wieder in den Strudel aus Enttäuschung, Trauer, Drogen, Alkohol und Punkmusik.

Die beiden traurigen Protagonisten sind Menschen, für die es keinen Platz auf der Welt gibt. Ruhelos wüten sie auf den Straßen, auf der Suche nach Liebe und Akzeptanz. Ab dem Moment wo der Junge auf seine Mutter trifft weiß man es. Jeremiah ist verloren. Er ist Opfer der Situation, muss zusehen was Drogen und Alkohol mit seiner Mutter anstellen, was seine Mutter mit den Typen anstellt und was die Typen daraufhin ihm schlimmes antun. Verstört wie der Junge ist, lässt er sich von Sarah animieren selbst Drogen zu konsumieren. Jeremiah wird schließlich zum Abbild von Sarah, beide verbindet ein undurchdringiches Band, da sie nur sich haben.

The Heart is deceitful above all things ist ein zutiefst beunruhigender Film. Die Kameraführung ist bewusst hektisch und unruhig um die ungemütliche Atmosphäre zu unterstreichen. Ungeschönt wird der Leidensweg des Jungen gezeigt, nichts wird ausgelassen. 

Ich habe mich sehr schwer mit dem Film getan. Ich kann weder sagen dass er schlecht ist, noch das er gut ist. Er ist vorallem eins; wahnsinnig ungemütlich und liegt schwer im Magen. Es werden dort so grauenvolle Dinge gezeigt, die dem armen Jungen passiert sind, ob das unbedingt nötig ist, ist einfach mal dahin gestellt. Blutig ist er absolut nicht, allerdings sehr derb. Er dringt in die Psyche ein, man personifiziert sich automatisch mit dem Jungen und empfindet den Schmerz und die Trauer nach, die Jeremiah mit sich herumschleppt. Performancetechnisch kann man nur sagen, dass alle Beteiligten mit großem Talent gesegnet sind, einige bekannte Gesichter huschen durch den Bildschirm. Allerdings kämpfe ich mit der eigentlichen Botschaft des Films – zwischen Halluzinationen und Bibel durchträngten Situationen – frage ich mich, ob da wirklich ein höherer Sinn darin liegt oder ob der Film versucht hat eine Message zu überbringen und es nicht gelungen ist.

Trigger-Warnung! Dieser Film zeigt explizit Dastellungen, die zart Besaitete und instabile Menschen sehr aufwühlen könnten!

Und sonst…man muss ihn nicht gucken wenn man kein Hardcore-Crack ist.
4/10 Punkte