Dogtooth (2009) deadline – störkanal edition

ich und der Film

Griechenland. Mitten in einer Idylle umgeben von einer riesigen Mauer, steht abgeschottet von der Außenwelt eine riesige Villa mit Swimmingpool. Auf diesem Grundstück lebt ein namenloses Elternpaar mit seinen fast erwachsenen Kindern. Auch die Kinder sind ohne Kontakt zur Außenwelt groß geworden. Dank der bizarren Erziehungsmethoden, wie unter anderem den Kindern mittels Tonbändern Bedeutungen von Wörtern absichtlich falsch zu erklären, für den pubertierenden Jungen extra eine Mitarbeiterin des Vaters ins Haus zu holen damit sie Geschlechtsverkehr miteinander haben können, leben sie glücklich vor sich hin. Scheinbar. Die Kinder geben sich untereinander sadistischen Spielchen hin, spätestens als der Nachwuchs sich fragt was hinter Mauer eigentlich ist, muss der Vater zu dramatischen Mitteln greifen. Er möchte doch nur sich und seine Familie beschützen, koste es was es wolle.

Durch einen Tauschhandel erhält die älteste der Töchter VHS-Kassetten von der Mitarbeiterin Christina. Diese wühlen das Kind so derart auf, dass es die Familienidylle erschüttert. Doch wie einst der Vater sagte; wenn der sogenannte „Hundezahn“( gemeint ist der rechte Eckzahn des Menschen) ausfällt, dürfen sie, wie einst der verschollene Bruder der Kinder, das Haus verlassen. 

Still, nüchtern und minimalistisch wird in 93 Minuten das Drama einer zutiefst dysfunktionalen Familie gezeigt. Man merkt, nicht nur den Kindern sind Emotionen fern, sondern auch den Eltern. Die Priorität liegt darauf sich abzuschotten, bis auf den Vater der die gesicherte Behausung zum arbeiten verlässt. 

Krank ist kein Ausdruck für das was in dem Film gezeigt wird. Diese durch und durch rabenschwarze und tiefpolitische Satire hält dem Zuschauer den Spiegel vor. In Zeiten von Josef Fritzl, Wolfgang Priklopil und Gerrit Jan van Dorsten erleben wir hier, was eine totalitäre überwachende Erziehung mit Kindern anstellt. Die drei sind absolute Soziopathen, nicht nur das, der Vater genießt es Gott zu spielen, schreckt nicht mal mehr von Inzest zurück nur damit sie alle beisammen bleiben.

Groteskes Sozialdrama, etwas gewöhnungsbedürftig aber lohnt sich absolut!

9/10 Punkten

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