HUNGER (2009) deadline – störkanal edition

ich und der Film

Ein perverser Psychopath sperrt 5 Menschen in eine dunkle Höhle. Außer 5 Tonnen mit Trinkwasser befindet sich keine weitere Nahrung für die Opfer. Sie kennen sich gegenseitig nicht, wissen nicht wieso ausgerechnet sie ausgewählt wurden. Nur eins ist sicher: sie werden beobachtet. Die ersten Konflikte sind absehbar, aber spätestens als die Gefangenen am Hunger leiden, beginnt der Überlebenskampf.

DER MENSCHLICHE KÖRPER KANN 30 TAGE OHNE NAHRUNG ÜBERLEBEN. ABER DANN….

Heutzutage ist alles eine Selbstverständlichkeit; wir sind übersättigt von Sinneseindrücken, Lebensmittel im Überfluss, Wasser aus der Leitung immer dann wenn wir wollen. Aber was ist wenn man uns den Luxus nimmt, das zu tun was wir wollen? Es beginnt mit Unzufriedenheit, Langeweile,danach Unwohlsein. Und dann setzt wohl oder übel das Hungergefühl ein. Wenn der Hunger aber so unerträglich wird, dass der Körper nicht mehr standhalten kann, was passiert dann? Ja, die Antwort liegt auf der Hand: irgendwann werden die Mitmenschen nicht nur als Feind ,sondern auch ganz oben auf der Speisekarte gesehen.

Der Film spielt teilweise im Dunkeln statt. Die Zuschauer fungieren als Voyeure, sehen den Protagonisten beim verhungern zu. Zwischendurch wird immer mal wieder auf den Entführer zurückgeschnitten, der sich an seinen unzähligen Monitoren an dem Leid der Menschen ergötzt. Die Atmosphäre ist düster und dreckig. Jeder Hoffnungsschimmer verfliegt nach der Zeit, denn die Gefangenen verlieren den Verstand, verfallen dem Wahnsinn und nacheinander dem Kannibalismus zum Opfer. Sie werden gewalttätig, spielen Psychospiele. Der Film versucht ein psychologisches Bild zu erschaffen, wie seiner Meinung nach Menschen reagieren wenn man ihnen alles nimmt und man überleben will.

97 Minuten in den Abgrund der menschlichen Seele schauen. Kann gut sein, muss aber nicht. Die Atmosphäre stimmt, die Schauspieler sind auch einigermaßen, es wird schön fies und blutig…Aber wirklich 97 Minuten? Er geht am Ende ziemlich in die Längen, noch schlimmer, er fängt an Vorausschaubar zu werden. Das Ende ist kaum schockierend oder überraschend.

Es gibt bessere Filme, die Psychogramme von Menschen in Not zeigen.
2/10 Punkten

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