DIE FRAUEN VON STEPFORD (2004) DreamWorks Homeentertainment

Ich und der Film

Joanna Eberhart ist eine erfolgreiche Tv-Produzentin. Nach einem Anschlag wird sie von dem Fernsehsender entlassen. Joanna ist am Boden zerstört, bricht zusammen und erleidet ein Burn-Out. Ihr treuer Ehemannn Walter Kresby sieht die Gelgenheit für einen Neustart. Sie ziehen in eine Gated-Community. Doch hier scheint es, zu ihrer Überraschung, als wäre die Zeit stehen geblieben. Zwar leben die Familien in hochmodernen Häusern, doch die Rollenverteilung von Mann und Frau ist sehr traditionell. Überall laufen die Frauen perfekt gestylt, in Kleidern rum, kümmern sich um den Haushalt, sorgen liebevoll für ihre Kinder; immer mit einem ausladenen Lächeln im Gesicht. Während die Männer ebenso liebevoll von ihren Frauen umsorgt werden, treffen sie sich in einem Gentlemens Club, angeführt von dem charismatischen Mike Wellington. Joanna nimmt diese Veränderung nicht so gut an wie ihr Ehemann und findet in der Schriftstellerin Bobbie Markowitz und dem schwulen Architekt Roger Bannister Gleichgesinnte. Doch als die beiden sich auch urplötzlich zu perfekten Stepford-Zombies werden, steht Joanna wieder alleine da, sie ermittelt auf eigene Faust und kommt hinter das Geheimnis von Stepford.

Stepford wirkt wie der Himmel auf Erden für frustierte Ehepaare. Die Kinder werden ins Camp abgeschoben, während die Eltern ihren Interessen nachgehen. Die Männer genießen ihre Zeit im Gentlemens Club, zwischen Whisky, Zigarren und Roboterkämpfen, während die Frauen putzen, einkaufen und sich zum Nachmittagstee zusammen setzen. So schön, so gut. Alles wäre ja alles perfekt, wenn die Frauen nicht so angsteinflößend „perfekt“ wären. Roboterartig bewegen sie sich durch die Stadt, sehen alle gleich aus, denken dasgleiche, gehen den selben Tätigkeiten nach. Es scheint, als ob die Frauen mit dem Einzug nach Stepford jegliche Ecken und Kanten ihres Charakters samt ihrem alten Leben vor den Gittern der Gated Community gelassen hätten.

Vorstadt Purgatorium, kunterbunte Bonbon-Kleider und eine Menge Geheimnisse – diese Stadt lebt den amerikanischen Traum. Mit dem Original von 1975 hat dieser Film nur den Titel gemeinsam. Dieser Starbeladene Streifen ist eine rabenschwarze Komödie, eine Hommage an die Traumvision die viele Menschen auf der Welt von Amerika haben, die es aber nie gegeben hat. So perfekt Stepford auch ist, genauso ist es unheimlich und verstörend zugleich. Der Film kokiert erfolgreich mit Vorurteilen und Stereotypen, jongliert geschickt mit Tragik und komischen Einlagen. Zeitgleich ist er aber auch eine Warnung an die heutige Konsum-,Leistungs- und Arbeitsgesellschaft. Eins wird nach dem Film deutlich klar; trotz den Umbrüchen die wir zwischen durch in der Gesellschaft haben, wir sind alle irgendwie auf dem Weg in die Stepford-Hölle.

Der Film dauert 89 Minuten. Vollkommen zufriedenstellend. Die Zeit verfliegt wie im Flug, er ist sehr unterhaltsam, sehr komisch und geradezu bizarr zugleich. Der Titel „Remake“ ist absolut nicht zurtreffend, es sind parallellen zu erkennen, allerdings werden hier komplett auf Horrorelemente verzichtet und sehr auf Comedy ausgelegt. Im großen und ganzen lässt sich sagen, eine hochglanz Hollywood-Produktion mit einem bitteren Nachgeschmack.

Nette Komödie für einen erfüllenden Abend.

8/10 Punkte

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