THE HEART IS DECEITFUL ABOVE ALL THINGS (2004) deadline – störkanal edition

ich und der Film

Der siebenjährige Jeremiah ist bei Pflegeeltern aufgewachsen. Eines Tages kommt das Jugenamt und nimmt ihn einfach wieder mit. Unter Protest kommt er bei seiner biologischen Mutter Sarah unter. Sarah ist alles andere als eine gute Mutter, mit 15 wurde sie schwanger und gab den Bub einfach weg. Sie nimmt Drogen, säuft,klaut und flucht, hat keinen festern Wohnsitz und pendelt von einer toxischen Beziehung zur anderen. Einer ihrer Beziehungen vergewaltigt Jeremiah. Der arme landet in der Notaufnahme und kommt dann bei seiner bis dato unbekannten Großmutter unter. Die Familie von Sarah gehört einem christlichen Kult an und erzieht die Kinder zur göttlichen Ehrfurcht. Drei Jahre später, Jeremiah verbreitet die Kunde Jesu Christi auf der Straße, taucht seine Mutter wieder auf und nimmt ihn mit. Wieder wird er aus seinem Alltag gerissen, kommt wieder in den Strudel aus Enttäuschung, Trauer, Drogen, Alkohol und Punkmusik.

Die beiden traurigen Protagonisten sind Menschen, für die es keinen Platz auf der Welt gibt. Ruhelos wüten sie auf den Straßen, auf der Suche nach Liebe und Akzeptanz. Ab dem Moment wo der Junge auf seine Mutter trifft weiß man es. Jeremiah ist verloren. Er ist Opfer der Situation, muss zusehen was Drogen und Alkohol mit seiner Mutter anstellen, was seine Mutter mit den Typen anstellt und was die Typen daraufhin ihm schlimmes antun. Verstört wie der Junge ist, lässt er sich von Sarah animieren selbst Drogen zu konsumieren. Jeremiah wird schließlich zum Abbild von Sarah, beide verbindet ein undurchdringiches Band, da sie nur sich haben.

The Heart is deceitful above all things ist ein zutiefst beunruhigender Film. Die Kameraführung ist bewusst hektisch und unruhig um die ungemütliche Atmosphäre zu unterstreichen. Ungeschönt wird der Leidensweg des Jungen gezeigt, nichts wird ausgelassen. 

Ich habe mich sehr schwer mit dem Film getan. Ich kann weder sagen dass er schlecht ist, noch das er gut ist. Er ist vorallem eins; wahnsinnig ungemütlich und liegt schwer im Magen. Es werden dort so grauenvolle Dinge gezeigt, die dem armen Jungen passiert sind, ob das unbedingt nötig ist, ist einfach mal dahin gestellt. Blutig ist er absolut nicht, allerdings sehr derb. Er dringt in die Psyche ein, man personifiziert sich automatisch mit dem Jungen und empfindet den Schmerz und die Trauer nach, die Jeremiah mit sich herumschleppt. Performancetechnisch kann man nur sagen, dass alle Beteiligten mit großem Talent gesegnet sind, einige bekannte Gesichter huschen durch den Bildschirm. Allerdings kämpfe ich mit der eigentlichen Botschaft des Films – zwischen Halluzinationen und Bibel durchträngten Situationen – frage ich mich, ob da wirklich ein höherer Sinn darin liegt oder ob der Film versucht hat eine Message zu überbringen und es nicht gelungen ist.

Trigger-Warnung! Dieser Film zeigt explizit Dastellungen, die zart Besaitete und instabile Menschen sehr aufwühlen könnten!

Und sonst…man muss ihn nicht gucken wenn man kein Hardcore-Crack ist.
4/10 Punkte

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