
USA. Die Zeit nach 9/11. Die Angst ist immer noch omnipräsent. Der Buchhalter Terry Allen hat gerade seinen Job verloren. Dazu verdammt Zuhause rumzuhängen, beschäftigt er sich damit Nachrichten zuschauen. Geradezu obsessiv verfolgt er besonders Berichterstattungen über den Kampf gegen Terrorismus. Zum Unmut seiner Frau, wird er zunehmend Paranoid. Als in seiner Nachbarschaft ein islamisch anmutender junger Student einzieht, klingeln bei Terry die Alarmglocken. Er beobachtet ihn, versucht alles über die Identität des Mannes herauszufinden, bis für ihn der Entschluss steht, das er ein Terrorist sein muss.
9/11. Jeder Mensch der dieses Datum hört weiß sofort wo er gewesen ist. Jeder hat verängstigt mit angesehen wie einer der größten Wahrzeichen einer mächtigen Nation zu Staub zerfallen ist. Jeder war Paranoid, beunruhigt, niemand wusste wie es weiter gehen sollte. Der Terror war ein ständiger Begleiter, ein drohender Schatten der im Hintergrund lauert, ein Trauma was weltweit nie wirklich verarbeitet werden konnte, da bis heute noch Antworten fehlen.
Der Regisseur Jeff Renfoe hat mit diesem Film einen empfindlichen Nerv getroffen. Da die Verarbeitung des Themas nie wirklich stattgefunden hat muss man verdeutlichen was der Terror, der hier im Grunde gesehen nur im Kopf stattfindet, mit einem Menschen machen kann. Deswegen wirkt das Handeln des Protagonisten überhaupt nicht übertrieben, im Gegenteil die überzogene Handlung wirkt schockierend real. Terry ist der kleine Mann den jeder im Kopf hat. Und ab dort fühlt man sich unglaublich ertappt, was man erst als übertrieben abtut, doch nicht so abwegig ist. Auch die Darstellerische Leistung von Terrys Frau ist wunderbar. Das Spektrum zwischen liebevollem Verständnis bis hin zu blankem Entsetzen ist grandios. Man muss allerdings sagen, natürlich ein Film mit solch einem Thema schaut man sich nicht an um Spaß zu haben, man schaut ihn um das Ausmaß zu erkennen was 9/11 hinter sich zieht.
Ein Thriller, der nicht nur zum Nachdenken anregt sondern ein bitterer Bericht darüber was Verdrängung, Vorurteile und die Kraft der Medien mit uns anstellen können.
8/10 Punkte