THE WOMAN (2011) CAPELIGHT

Ich und der Film

Der Patriarch Chris regiert seine Familie mit eiserner Hand. Die Familienfassade ist wunderbar perfekt und glattgebügelt aber dahinter schlägt er seine Frau, behandelt seine Tochter schlecht und erzieht seinen Sohnemann zum Bilderbuch-Sadisten. Als Chris eines schönen Tages im Wald jagen geht, macht er eine wunderliche Entdeckung: eine scheinbar verwilderte Frau läuft, lebt und jagt dort. Natürlich kommt er auf die tolle Idee diese wilde Frau zu fangen, in schwere Ketten zu legen und in einen Schuppen einzusperren. Das neue Familienprojekt die Frau zu sozialisieren, ist zum grausamen Scheitern verurteilt.

Chris Creek ist der Familientyrann. Wenn die Haustür ins Schloss fällt, schlägt er seine Frau, macht sie sich gefügig und redet ihr ein dass sie ohne ihn überhaupt nicht lebensfähig ist. Auch die Kinder werden nicht verschont. Die völlig eingeschüchterte Teenagerin Peggy zieht sich in letzter Zeit sehr zurück, trägt weite Klamotten und wird immer öfter krank. Sehr eindeutig, sie ist schwanger. (vielleicht von ihrem eigenen Vater?) Der Sohnemann ist ein Ebenbild seines Vaters, ein Bilderbuch-Sadist, gefördert vom Patriarchen höchstpersönlich. Da kommt das neue Projekt gerade zur richtigen Zeit. Während der Vater sich magisch zu der Wilden angezogen fühlt, drehen die anderen langsam durch und immer mehr in den zerstörerischen Strudel der Gewalt gezogen.

Mit einer Länge von 84 Minuten ist der Film relativ kurz. Wer nach extremer Gewalt und Blut sucht, der kann lange suchen. Der Terror passiert im Kopf. Manche Dinge werden gezielt ausgelassen damit man sich selbst eine Antwort zusammen bastelt. Aber keine Sorge, so anspruchsvoll ist der Film auch nicht dass man sich darüber den Kopf zerbrechen muss. Eigentlich haben wie hier ein offensichtliches Sozialdrama gemischt mit einer wilden Frau und leichten Horrorelementen.

Ob man ihn ehrlich gesagt gucken muss? Meine Antwort ist Nein. Allerdings mag ich die Filme von Lucky McKee (z.b. May -Schneiderin des Todes) und seine Standardbestetzung mit Angela Bettis die mit einer grandiosen Überzeugung spielt, natürlich geht das Kompliment an den gesamten Cast. Es war eine tolle schauspielerische Leistung aber trotzdem wird dieser Film immer weiter in die Versenkung fallen.

5/10 Punkte

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