
Pubertät ist Scheiße. Das widerfährt auch der Außenseiterin Pauline. Sie ist merkwürdig,verstörend, beinahe soziopathisch. Neben ihrem Wunsch Chirurgin zu werden flüchtet sie sich alltäglich in ihre Traumwelt aus Sex, Blut und Nekrophilie. Sie will einfach raus aus dieser Vorstadthölle, weg von ihrer Herrschsüchtigen Mutter, ihrem desinteressierten Vater, der schrecklichen High School und möchte dem einzigen Menschen helfen den sie liebt – ihrer todkranken Schwester.
Pauline stößt jedem vor den Kopf mit ihrem eher widerwärtigen Verhalten. Allerdings ist das nur das Endprodukt aus der „tollen“ Erziehung ihrer Mutter, die eigentlich nur das beste wollte, daran aber gescheitert ist. Jahrelanges Mobbing, Isolation und das hormonbedingte Gefühlchaos der Pubertät, damit muss sich Pauline vollkommen alleine auseinandersetzen. Der einzige Lichtblick ist ihre jüngere Schwester, die sie versteht und genauso abgöttisch liebt.
Mut zur Hässlichkeit hat der Film. Es wird nichts beschönigt, vor allem nicht Paulines. Sie ist ekelig. Und wahnsinnig. Beides gleichzeitig. Dieses Paradox zieht sich durch der ganzen Film. Mal ist er lustig aber im selben Moment total verstörend. Zuckersüß und dann auf einmal Bitter. Die originelle Story mit der Teenagerin, am Rande des Wahnsinns, die missverstanden wird und danach verzweifelt versucht ihre Schwester zu retten, ist einfach zu verrückt um wahr zu sein. Eigentlich sollte er, wie auf dem Cover steht, einfach Kult werden.
Wer auf schwarze, tiefschwarze Satire steht, darf sich diesen Film zugute tun.
7/10 Punkte