
In den 60er Jahren werden die beiden Mädchen Sylvia und Jenny von ihren Eltern, die beide Schausteller sind, bei Gertude Baniszewski zur Pflege untergebracht. Gertude hat fünf weitere Kinder und ist auf die pünktliche Unterhaltszahlung angewiesen. Als diese nicht zeitig ankommt, findet sich schnell ein Opfer: Sylvia. Das junge Mädchen wird in den Keller gesperrt und dort fürchterlich von der Mutter, ihren Kindern und der halben Nachbarsjugend gefoltert. Ihren Peinigern hilflos ausgeliefert muss sie sehr bald ihr Leben lassen.
1965 wurde der Bundesstaat Indiana zum Schauplatz eines grausamen Verbrechen. Die erst 16-jährige Sylvia Likens wurde systematisch gefoltert und gedemütigt. Sie wurde nackt und ohne Nahrung in den Keller verbannt und verbrachte dort die letzten Tage ihres Lebens. Angestachelt von der Mutter und ihrem präpubertären Sohn, gingen die Kinder auf sie los, rücksichtslos und kaltblütig. Nach außenhin wirkten die Baniszewskis wie die perfekte Großfamilie, niemand ahnte, was in dem Haus vor sich ging. Niemand wollte die Schreie und Höllenqualen die Sylvia erlitt gehört oder gesehen haben. Niemand rufte die Polizei.
Ein sehr intensives Drama, dass schonungslos das Martyrium Sylvia Likend darstellt. Alle Untaten die im Fall dokumentiert sind, wurde in dem Film nicht komplett verarbeitet, da es zu grausam ist. Allerdings ist die Systematik und die Willkür sehr gut zur Geltung gekommen, aber Ende fragt man trotzdem nach dem großen „Wieso?“ – auf diese Frage gibt es keine Antwort. Bis heute nicht.
Ein sehr trauriger Film, zum Nachdenken und weinen. Defintiv ein Film der wehtut. Mit dem Wissen, dass Sylvia Likens nicht die Einzige oder Letzte Seele ist die der grausamen Willkür zum Opfer fällt.
8/10 Punkten