
Rick Dalton, ein abgefrakter Schauspieler in der Midlife Crisis und Cliff Booth, sein Stuntman, bester Freund und Mädchen für Alles, leben in Los Angeles 1969. Rick hat eine Villa, in der Nachbarschaft sind gerade das frisch angetraute Ehepaar Tate/Polanski eingezogen. Während Rick sich von einem Job zum anderen durchhungert, steht Sharon am Beginn ihrer Karriere und genießt die Vorzüge des previligierten Lebens. Zur gleichen Zeit, auf der alten Spahn-Ranch formiert sich eine sektenähnliche Gruppe um den Mann Namens Charles Manson. Er und seine „Family“ haben vor einen Rassenkrieg anzustiften. Ihre ersten Opfer sollen an dem Abend Rick und seine Leute sein.
Im Fokus steht klar, das Kunstwerk des darstellenden Spiels und wie schwer es ist (bis heute) Konkurrenzfähig zu sein. Die Schwierigkeit, getränkt von Selbstzweifel und Alkohol und Drogen, in eine Schublade gesteckt zu werden, verdammt dazu immer wieder und wieder der Schurke sein zu müssen. Das macht Rick fertig. Im Gegensatz zu Sharon, die jung und noch formbar ist, lebhaft geradezu hungrig nach der Aufmerksamkeit. Beide leben nebeneinander, aber sie könnten nicht unterschiedlicher sein. Und wenn trotzdem die Kacke brennt, holt Cliff Rick wieder ins Leben zurück.
Mit einer gesamt Länge von 161 Minuten ist der Film eine stramme Ansage.
Fangen wir erstmals mit den Schwächen des Filmes an. Durch die Länge schwächelt der Film ein wenig. Die sonst von mir so heißgeliebte Dialoglastigkeit, wird gefühlt bis ins unermessliche gezogen. Es entsteht dadurch kein Spannungsbogen, man sieht nur ständig jemanden quatschen. Zudem dazu kommt dass die Chrales Manson Geschichte mittlerweile jeder kennen muss, es gehört schließlich zur Popkultur.
Nun zum Positiven. Dafür dass der Film lang und dialoglastig ist, erfährt man viel über die Charaktere. Lustige Einspieler und gewitzte Wortgefechte lockern die Stimmung wahnsinnig auf. Bildlich sehr hell und farbig gehalten, die Farben springen einem Förmlich ins Gesicht, fühlt man sich wie in einer verrückten Zeitreise. Was auch daran liegt, dass Quentin Tarantino ein sehr Detail verliebter Mensch ist, dies macht sich auch beim Soundtrack bemerkbar, fetzige Pop- und Rockmusik dröhnt aus jedem Radio. Last but not least muss die darstellerische Leistung des Casts gelobt werden. Die Charaktere wirken überhaupt nicht blass oder eindimensional. Es wurde kompromisslos glaubhaft gespielt, eine Meisterleistung!
Im großen und ganzen ein gut gelungener Film, er schwächelt in der Länge, aber muss sich auch nicht schämen gezeigt zu werden! Er hat sich seinen Platz als Kultfilm von Tarantino schon gesichert!
7/10 Punkten